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Mensch

Letzte Änderung: 21.04.2011

Mensch

Der Chronist hatte eine sehr einfache Aufgabe. Also machte er sich sofort an die Arbeit und begann zu schreiben:

Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ein unvergleichliches Vermögen der Zukunftsplanung aus, die ihn von Tieren abhebt. Menschen…“

Nein, halt, das stimmt so nicht ganz. Gut, Menschen sind zu Gefühlen fähig, aber sie haben kein ausgeprägtes Sozialverhalten. Menschen töten sich gegenseitig aus niederen Gründen, das ist nicht sozial. Einkürzen, vielleicht so:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch ein unvergleichliches Vermögen der Zukunftsplanung aus, die ihn von Tieren abhebt. Menschen…“

Besser. Aber…Zukunftsplanung? In Wirklichkeit denken Menschen nur an sich selbst und mit Zukunft ist maximal die eigene Lebensspanne gemeint. Ein neuer Versuch:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen…“

Besser. Aber noch nicht perfekt…ach ja:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen denken dabei nur an sich und das eigene Wohl und sind dazu in der Lage andere Menschen dafür auszubeuten.“

Das klang ziemlich negativ. Es sollte positiver klingen.

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen vergessen darüber hinaus oft das Wohl anderer Menschen.“

Nun gut, das geht so. Eine Pause wäre angebracht.

So, weiter:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen vergessen darüber hinaus oft das Wohl anderer Menschen. In seinem Bemühen die Erde sich anzupassen hatte der Mensch völlig vergessen, dass er nur ein Teil von ihr ist und sie schließlich zerstört. Das zwang den Menschen schließlich zum Umdenken. Letztendlich ist ihm klar geworden, dass dieses Umdenken zu spät erfolgte und er seinem Heimatplaneten nicht mehr gewachsen war. Nach einer fast vollständigen Zerstörung durch die „Kräfte der Natur“ und vor allem sich selbst gibt es heute nur noch wenige Menschen; sie gelten daher als vom Aussterben bedroht. Neuer Forschungen zufolge lässt sich das Aussterben aufgrund eines sehr kleinen genetischen Pools nicht mehr verhindern; man geht davon aus, dass der Mensch innerhalb der nächsten 400 Jahre vollständig verschwinden wird.“

Gut, nicht brillant, aber gut. Nächste 400 Jahre, hm, wenn man den Text später mal lesen wird muss man erst nachschauen wann er geschrieben wurde um zu überprüfen ob diese Theorie der Wahrheit entsprach. Also lieber raus. Auch das Ganze mit Anpassung der Erde an seine Bedürfnisse, naja, das kann eigentlich auch raus. Mal sehen wie das aussieht:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen vergessen darüber hinaus oft das Wohl anderer Menschen. Durch seine Lebensweise und die ständigen Kämpfe innerhalb der Menschengemeinschaft hat sich der Mensch selbst an den Rand der Ausrottung gebracht.“

Das bringt es auf den Punkt. Vielleicht noch etwas kürzer. Und noch weniger negativ:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes, empfindungsfähiges Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Menschen vergessen darüber hinaus oft das Wohl anderer Menschen. Durch seine Lebensweise und die ständigen Kämpfe innerhalb der Menschengemeinschaft hat sich der Mensch selbst an den Rand der Ausrottung gebracht.“

Kürzer:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes, empfindungsfähiges Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren. Der Mensch zeichnet sich durch eine Zukunftsplanung aus, die allerdings nicht über das eigene Bedürfnis hinausgeht. Durch eigene Anstrengungen hat sich der Mensch an den Rand der Ausrottung gebracht.“

„Eigene Anstrengungen“? Das klang, als wäre es gewollt. Lieber nicht.

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes, empfindungsfähiges, vom Aussterben bedrohtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern. Des Weiteren ist der Mensch in der Lage Gefühle zu empfinden und dadurch auf seine Umwelt, vor allem andere Menschen, zu reagieren.“

Klingt nicht wirklich gut. Kürzer!

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Vernunftbegabtes, empfindungsfähiges, vom Aussterben bedrohtes Säugetier, dass durch seine erhöhte Gehirnkapazität in der Lage ist das Gesicht seines Heimatplaneten (vgl. „Erde“) zu seinen Gunsten zu verändern.“

Andere Tiere sind auch empfindungsfähig und verändern ihre Umwelt. Also doch anders:

„Mensch [mɛnʃ], Plural: Menschen [ˈmɛnʃən]; Ein vom Aussterben bedrohtes Säugetier.“

Sehr gut.

Der Chronist konnte sich nun anderen Aufgaben zuwenden.


Jac, 09.04.2011

 

 

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